beschweren


beschweren
beschweren:
Das Präfixverb mhd. beswæ̅ren, ahd. biswāren »schwerer machen, belasten; drücken, belästigen, betrüben« gehört zu dem unter schwer behandelten Adjektiv. Reflexiv bedeutet es seit dem 14. Jh. »sich (über Drückendes) beklagen«. Abl.: Beschwerde (mhd. ‹be›swæ̅rde »Bedrückung, Betrübnis«; ahd. swārida »drückende Last«; seit dem 15. Jh. Rechtswort für »Klage, Berufung«; der Plural »Beschwerden« bezeichnet nhd. auch körperliche Schmerzen und Störungen).
schwer:
Das gemeingerm. Adjektiv mhd. swæ̅re, ahd. swār‹i› »schwer«, got. swers »geachtet, geehrt«, aengl. swæ̅r‹e›, schwed. svår »schwer« geht von der Grundbedeutung »Gewicht habend« aus und ist verwandt mit der baltoslaw. Sippe von lit. svarùs »schwer, schwerwiegend, wichtig« und sver̃ti »wägen, wiegen«. Neben der bis heute festgehaltenen Grundbedeutung hat »schwer« schon in ahd. Zeit den übertragenen Sinn »drückend, beschwerlich, lastend« entwickelt, in dem es besonders Arbeit, Not, Krankheit und Sünde kennzeichnet. An weiteren Übertragungen ist vor allem die Bedeutung »schwierig« zu nennen. Hierher gehört die Zusammenbildung schwerhörig (aus »schwer, d. h. mit Anstrengung, hörend«, 19. Jh.). Nicht sicher erklärt ist schwerfällig »unbeholfen, schwer beweglich« (18. Jh., aber schon mnd. swārvellich). – Abl.: Schwere »das Schwersein, lastendes Gewicht; hoher Grad, Ausmaß« (mhd. swæ̅re, ahd. swārī); schwerlich (als Adverb mhd. swæ̅rlīche »drückend, mühsam«, ahd. swārlīhho; seit dem 16. Jh. für »kaum«, eigentlich »mit Mühe«); beschweren (s. d.).

Das Herkunftswörterbuch . 2014.

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  • Beschwèren — Beschwèren, verb. reg. act. schwer machen, mit einer Last belegen. 1. Eigentlich. Die Wage ist zu sehr beschwert. Ingleichen, schwer fallen, drücken. Das Gepäck beschweret die Kutsche. Und in weiterer Bedeutung. Krebse, rohe Speisen beschweren… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • beschweren — Vsw std. (8. Jh.,) Bedeutung 14. Jh.) Stammwort. Das Wort ist in der ursprünglichen Bedeutung belasten noch heute gebräuchlich. Daneben reflexives sich beschweren seit dem 14. Jh. mit der Bedeutung sich als beschwert, bedrückt darstellen, sich… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Beschweren [1] — Beschweren des Papiers, Verfahren, das Gewicht des Papiers durch Beimischen feingepulverter mineralischer Substanzen zum Papierstoff zu erhöhen; s. Papierfabrikation. Kraft …   Lexikon der gesamten Technik

  • Beschweren [2] — Beschweren der Stoffe, s. Appretmittel …   Lexikon der gesamten Technik

  • beschweren, — beschweren, ich: ↑reklamieren …   Das große Fremdwörterbuch

  • beschweren — belasten (mit); beladen; auferlegen; aufbürden; bepacken; oktruieren; auflasten; aufladen; strapazieren; pöbeln (umgangssprachlich); maulen …   Universal-Lexikon

  • beschweren — a) belasten, bepacken. b) aufs Gemüt schlagen, bedrücken, beklemmen, bekümmern, belasten, betrüben, deprimieren, schwer machen, traurig machen/stimmen, zu schaffen machen; (geh.): auf der Seele lasten/liegen; (ugs.): an die Nieren gehen, [schwer] …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • beschweren — be·schwe̲·ren1, sich; beschwerte sich, hat sich beschwert; [Vr] sich (bei jemandem) (über jemanden / etwas) beschweren jemandem mitteilen, dass man mit jemandem / etwas überhaupt nicht zufrieden ist ≈ sich über jemanden / etwas beklagen: Sie… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • beschweren — be|schwe|ren ; sich beschweren …   Die deutsche Rechtschreibung

  • beschweren — beschwere …   Kölsch Dialekt Lexikon